Direkt zu den Inhalten springen

Aus der Praxis

Der Hausnotruf rettet Leben. Älteren und pflegebedürftigen Menschen sowie deren Angehörigen bietet er zusätzliche Sicherheit. Nutzerinnen und Nutzer berichten:


 

"Der rote Knopf gibt mir Sicherheit"

2009 entscheiden sich Lore und Walter Hirrlinger für den Hausnotruf – dass er einige Jahre später eine lebensrettende Rolle einnehmen wird, ahnen sie damals noch nicht.

 

Rund eine Million Menschen nutzen in Deutschland Hausnotrufdienste. Oftmals haben sie im Vorfeld Situationen der Hilflosigkeit erlebt, beispielsweise nach Stürzen. So auch beim Ehepaar Hirrlinger: „Mein Mann war 2009 hingefallen und ich konnte ihm nicht helfen, wieder aufzustehen. Uns blieb nur der Anruf beim Rettungsdienst, der für solche Hilfen doch gar nicht da ist. Da wussten wir, dass wir den Hausnotrufdienst brauchen.“


"Im Notfall ist sofort jemand für mich da."
Lore Hirrlinger, 93 Jahre, aus Esslingen in Baden-Württemberg


Gestürzt war der damals 80-jährige Walter Hirrlinger vorher schon häufiger. Eine schwere Kriegsverletzung zwingt ihn dazu, an zwei Unterarmstützen zu gehen. Jede Türschwelle und jeder Teppich wird da schnell zur Stolperfalle. Im Dezember 2017 fällt der Senior nachts aus dem Bett. Lore Hirrlinger drückt den roten Knopf, eine viertel Stunde später ist Hilfe da, und der große Mann wird mittels eines Hebekissens aufgerichtet. Lore Hirrlinger: „Ich werde nie vergessen, wie die Frau vom Hausnotrufdienst damals meinte: ‚Oh, das sieht nicht gut aus, das ist ein Schlaganfall.‘“ Mit Blaulicht wird ihr Mann in die Klinik gebracht – gerade noch rechtzeitig.

Bei den Hausnotrufdiensten arbeiten qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In diesem Fall eine examinierte Krankenschwester. Bis der Rettungsdienst da ist, erfasst sie die Vitaldaten und misst den Blutzuckerspiegel – womöglich lebensrettende Zeit wird so gespart.


"Der Hausnotruf gibt mir einfach Sicherheit. Wenn was ist, muss ich nicht erst zum Telefon, um Hilfe zu holen."


Seit dem Tod ihres Mannes vor drei Jahren lebt Lore Hirrlinger nun allein in der großen Wohnung, oberhalb von Esslingen gelegen, mit Blick auf die Schwäbische Alb. Den Hausnotrufdienst musste sie seitdem noch nicht in Anspruch nehmen. Wichtig ist er für sie dennoch: „Gerade wenn man allein wohnt, ist es unglaublich beruhigend zu wissen, dass man kurzfristig Hilfe erhält“, sagt sie. „Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für meine Freunde.“ Und dann erzählt sie noch die Geschichte von einer Bekannten, die vor wenigen Jahren am helllichten Tag in der Wohnung überfallen wurde. Die rüstige Rentnerin drückte den roten Knopf, kurz darauf erkundigte sich eine Hausnotruf-Mitarbeiterin über die Sprechanlage nach dem Befinden – und der Dieb suchte das Weite.